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Cardmarket-Preise verstehen: Trend, Durchschnitt oder Verkaufspreis?

Geo.Store Team · Ratgeber-Redaktion· 21.09.2026· 6 Min. Lesezeit

Preis-Trend, 30-Tage-Durchschnitt, „Von“-Preis: Der Cardmarket-Preisguide zeigt mehrere Zahlen, die alle etwas anderes bedeuten. Hier erfährst du, welcher Wert wirklich zählt, warum Listenpreise keine Verkaufspreise sind und wie wir beim Ankauf rechnen.

Du schaust bei Cardmarket nach deiner Karte und siehst vier oder fünf verschiedene Zahlen: „Von“, Preis-Trend, 30-Tage-Durchschnitt, 7-Tage-Durchschnitt, 1-Tage-Durchschnitt. Alle unterscheiden sich, manchmal um den Faktor zwei. Welche davon ist jetzt der Wert deiner Karte? Die kurze Antwort: keine allein. Jede Zahl beschreibt einen anderen Ausschnitt des Marktes. Wer weiß, welche Zahl wofür steht, schätzt den eigenen Bestand deutlich realistischer ein und versteht auch, warum ein Ankaufangebot anders aussieht als die Zahl, die man sich gemerkt hat.

Was der Cardmarket-Preisguide wirklich anzeigt

Cardmarket ist der größte Marktplatz für Sammelkarten in Europa. Der Preisguide einer Karte fasst zwei völlig unterschiedliche Datenquellen zusammen: aktuelle Angebote und vergangene Verkäufe. Genau da entsteht die Verwirrung.

„Von“ – das günstigste Angebot

Der „Von“-Preis ist kein Verkaufspreis, sondern das billigste Angebot, das gerade auf dem Markt steht. Er sagt dir: So wenig müsstest du mindestens zahlen, wenn du die Karte heute kaufst. Dieser Wert ist anfällig für Ausreißer. Eine einzige stark gespielte Karte aus Griechenland mit hohen Versandkosten drückt ihn nach unten, ein leergekaufter Markt treibt ihn nach oben. Für Einzelkarten mit wenigen Angeboten ist er wenig aussagekräftig, für stark gehandelte Karten dagegen ein guter Realitätscheck.

Preis-Trend – die Richtung, nicht der Wert

Der Preis-Trend ist ein berechneter Wert, der aktuelle Angebote und jüngste Verkäufe gewichtet. Er reagiert schneller als die Durchschnitte und zeigt, wohin sich eine Karte bewegt. Bei Karten, die gerade durch ein Turnierergebnis oder eine neue Formatrotation in Bewegung geraten, kann der Trend deutlich über oder unter den Durchschnittswerten liegen. Als alleinige Grundlage für einen Verkauf ist er zu nervös.

30-Tage-, 7-Tage- und 1-Tage-Durchschnitt

Das sind die einzigen Werte, die auf tatsächlich abgeschlossenen Verkäufen beruhen. Der 30-Tage-Durchschnitt ist träge und glättet Ausreißer, reagiert aber langsam auf echte Marktbewegungen. Der 1-Tage-Durchschnitt ist so aktuell wie möglich, beruht bei seltenen Karten aber oft nur auf einer Handvoll Verkäufen oder ist gar nicht vorhanden. Der 7-Tage-Durchschnitt liegt in der Mitte: aktuell genug, um Trends abzubilden, und breit genug, um nicht von einem einzelnen Schnäppchen verzerrt zu werden. Deshalb arbeiten wir bei unserem Sofort-Angebot mit diesem Wert.

Verfügbare Artikel – der Kontext

Die Zahl der verfügbaren Artikel wird oft übersehen, ist aber wichtig. Stehen 4.000 Exemplare einer Karte zum Verkauf, ist der Markt gesättigt und Preise geben eher nach. Gibt es europaweit zwölf Angebote, kann ein einziger Verkauf den Durchschnitt spürbar verschieben. Bei dünner Datenlage solltest du jede Zahl mit Vorsicht lesen.

Warum Listenpreise keine Verkaufspreise sind

Auf einem Marktplatz darf jeder verlangen, was er will. Ein Angebot ist eine Wunschvorstellung, bis jemand zuschlägt. Zwischen dem, was in der Liste steht, und dem, was am Ende bezahlt wird, liegen mehrere Schritte:

  • Versandkosten: Bei einer Karte für 1,50 Euro verdoppelt der Versand den Endpreis. Käufer rechnen das mit, Anbieter kalkulieren entsprechend.
  • Bündelung: Viele Verkäufe entstehen, weil jemand zehn Karten beim selben Händler kauft. Einzelpreise sind dann Mischkalkulation.
  • Ladenhüter: Ein Angebot kann seit zwei Jahren unverändert online stehen. Es taucht im Preisguide auf, wurde aber nie bestätigt.
  • Standort und Versandart: Ein Angebot aus einem entfernten EU-Land mit teurem versichertem Versand ist für viele Käufer praktisch uninteressant.

Deshalb gilt: Der realistische Wert deiner Karte liegt dort, wo tatsächlich verkauft wird – also bei den Durchschnitten, korrigiert um das, was gerade am Markt verfügbar ist.

Zustand, Sprache und Edition verändern alles

Ein Preisguide-Wert gilt immer für eine bestimmte Version einer Karte. Drei Faktoren entscheiden, ob deine Karte überhaupt in derselben Liga spielt:

Zustand. Cardmarket-Angebote sind nach Zustand von Mint bis Poor gestaffelt. Zwischen Near Mint und Played liegen bei modernen Karten häufig 30 bis 60 Prozent Unterschied, bei alten Karten aus den 90ern kann die Spanne noch größer sein. Weiße Kanten, Knicke oder Kratzer im Holo-Muster erkennst du am besten im Streiflicht.

Sprache. Deutsche und englische Karten werden getrennt bewertet. Bei modernen Sets sind englische Versionen oft gefragter, weil sie international handelbar sind. Bei japanischen Karten oder Sprachen mit kleiner Käuferschaft sieht es wieder anders aus. Achte darauf, dass du die Filterung auf deine Sprache gesetzt hast, sonst liest du den Preis einer ganz anderen Karte.

Version und Edition. Reverse Holo, Holo, Non-Holo, Alternate Art, 1st Edition, Promo-Stempel: Das sind eigenständige Produkte mit eigenen Preisen. Gerade bei Pokémon führt die Verwechslung von Reverse Holo und normaler Holo regelmäßig zu falschen Erwartungen. Bei One Piece machen Parallel- und Manga-Varianten den Unterschied zwischen wenigen Euro und einem dreistelligen Betrag aus.

Wie wir beim Ankauf rechnen

Unser Sofort-Angebot unter /verkaufen entsteht nach einem festen Schema, damit du nachvollziehen kannst, wo die Zahl herkommt:

  1. Marktwert bestimmen. Grundlage ist der Cardmarket-Preisguide mit dem 7-Tage-Durchschnitt, zusätzlich das günstigste EU-Listing im jeweiligen Zustand. Bei englischen Karten ziehen wir TCGplayer als zweite Quelle heran.
  2. Realitätsabgleich. Liegt der Durchschnitt weit über dem, was aktuell tatsächlich angeboten wird, orientieren wir uns am handelbaren Niveau. Sonst würden wir Preise ansetzen, zu denen niemand kauft.
  3. Graded und High-End. Für Slabs und sehr hochwertige Karten schauen wir auf tatsächlich abgeschlossene eBay-Verkäufe, weil der Preisguide diese Segmente nur grob abbildet.
  4. Auszahlungsquote. Du bekommst mindestens 70 Prozent und bis zu 90 Prozent des Marktwerts, gestaffelt nach Wert der Karte. Die genaue Staffel steht unter /konditionen.
  5. Bulk separat. Geringwertige Karten laufen über feste Stückpreise, nur Deutsch und Englisch. Auch das findest du unter /konditionen.

Die Differenz zwischen Marktwert und Auszahlung ist kein Trick, sondern deckt Prüfung, Sortierung, Lagerung, Zahlungsabwicklung und das Risiko, dass eine Karte monatelang liegen bleibt. Wer selbst einzeln verkauft, hat dieselben Kosten – nur trägt er sie in Form von Zeit, Gebühren und Versandrisiko selbst.

In einer Minute realistisch schätzen

  • Karte exakt identifizieren: Set-Symbol, Kartennummer, Seltenheitszeichen, Sprache.
  • Auf Cardmarket die richtige Version und Sprache filtern.
  • 7-Tage- und 30-Tage-Durchschnitt vergleichen: Liegen sie nah beieinander, ist der Markt stabil.
  • „Von“-Preis und Anzahl der Angebote prüfen: Wie viel Ware ist unterwegs?
  • Zustand ehrlich einordnen und den Wert entsprechend nach unten korrigieren.

Wenn du das für ein paar Karten machst, bekommst du schnell ein Gefühl dafür, welche Zahlen in deinem Bestand überhaupt relevant sind. Für alles darunter lohnt die Einzelrecherche nicht – das ist Bulk und wird pauschal bewertet.

Häufige Fragen

Welcher Cardmarket-Wert ist der richtige?

Für eine realistische Einschätzung nimmst du den 7-Tage-Durchschnitt und gleichst ihn mit dem günstigsten passenden Angebot ab. Der Preis-Trend zeigt nur die Richtung, der „Von“-Preis nur den Extremfall.

Warum ist mein Angebot niedriger als der Preisguide?

Weil der Preisguide Verkaufspreise im Endkundenmarkt abbildet, nicht Ankaufspreise. Wir zahlen einen festen Anteil davon, mindestens 70 Prozent, bei höherwertigen Karten mehr.

Zählt der Preis der englischen oder der deutschen Karte?

Immer der deiner Version. Sprachen werden getrennt gehandelt und können sich deutlich unterscheiden. Bei englischen Karten ziehen wir zusätzlich TCGplayer heran.

Was ist mit Karten, für die es kaum Daten gibt?

Bei sehr seltenen oder frisch erschienenen Karten ist die Datenlage dünn. Dann gewichten wir tatsächliche Verkäufe stärker als Angebote und prüfen bei hochwertigen Karten zusätzlich abgeschlossene eBay-Verkäufe.

Nächster Schritt

Wenn du nur wissen willst, was einzelne Karten aktuell wert sind, nutze den Preis-Check – ohne Verkaufspflicht, mit tagesaktuellen Werten. Willst du verkaufen, bekommst du unter /verkaufen je Karte ein Sofort-Angebot, inklusive kostenlosem DHL-Versand. Für größere Bestände, bei denen du nichts eintippen möchtest, ist /sammlung der einfachere Weg: einschicken, Sichtung abwarten, Angebot erhalten. Die Auszahlung läuft innerhalb von 24 Stunden nach Annahme, und wenn du persönlich vorbeikommen willst, findest du uns im Geo.Store in der Hollerstraße 47-63 in Büdelsdorf.

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