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Dachbodenfund: Alte Kartensammlung entdeckt – was jetzt zu tun ist

Geo.Store Team · Ratgeber-Redaktion· 17.09.2026· 7 Min. Lesezeit

Ein Karton voller Pokémon-Karten aus dem Keller, eine geerbte Sammlung im Nachlass: Bevor du irgendetwas wegwirfst oder abwäschst, lohnt sich eine ruhige erste Sichtung. Hier liest du Schritt für Schritt, wie du sortierst, fotografierst und zu einer belastbaren Einschätzung kommst.

Beim Ausräumen taucht plötzlich ein Schuhkarton auf: Pokémon-Karten, teils in Hüllen, teils lose, dazwischen ein paar Sticker und ein alter Sammelordner. Oder du räumst eine Wohnung im Nachlass und findest Ordner voller Karten, von denen niemand in der Familie weiß, was sie wert sind. Die gute Nachricht: Du musst kein Experte werden, um das richtig zu machen. Du musst nur ein paar typische Fehler vermeiden und in der richtigen Reihenfolge vorgehen.

Erst anschauen, nichts verändern

Der wichtigste Satz vorweg: In den ersten Minuten ist Nichtstun die beste Strategie. Viele Sammlungen verlieren nicht auf dem Dachboden an Wert, sondern in der Küche, wenn jemand die Karten „sauber machen“ will.

Was du auf keinen Fall tun solltest:

  • Karten mit Wasser, Spüli, Reinigungstüchern oder Radiergummi bearbeiten. Jede feuchte oder abrasive Behandlung ist sichtbar und drückt den Zustand deutlich.
  • Preisschilder, Klebereste oder alte Aufkleber abziehen. Dabei reißt fast immer die Oberfläche.
  • Karten mit Gummiband bündeln. Das hinterlässt dauerhafte Abdrücke an den Kanten.
  • Gebogene Karten „geradebiegen“ oder unter Bücher pressen. Alte Karten sind spröde und brechen an der Holo-Schicht.
  • Geschweißte Booster, Displays oder Tins öffnen. Originalverpackt ist in der Regel mehr wert als der Inhalt.
  • Karten aus alten Sleeves oder Toploadern ziehen, nur um sie besser zu sehen. Dreh sie lieber samt Hülle um.

Wenn die Karten feucht oder muffig riechen, nimm sie aus Plastiktüten heraus und lege sie locker in einen trockenen Raum. Keine Heizung, keine Sonne, kein Föhn.

Die erste Sichtung: Was liegt da überhaupt?

Nimm dir eine saubere, trockene Tischfläche und wasche dir vorher die Hände. Dann trennst du grob in vier Stapel:

  1. Spielkarten mit Holo-Effekt oder auffälliger Optik – alles, was glänzt, Texturen hat oder das Kartenbild über den Rahmen hinaus zeigt.
  2. Normale Karten – matte Commons und Uncommons, oft der größte Teil des Fundes.
  3. Versiegeltes Material – Booster, Displays, Tins, Blister, Sammelboxen.
  4. Kein TCG – Sticker, Sammelbilder aus Chipstüten, Topps-Serien, Pogs, Spielfiguren. Das sieht ähnlich aus, gehört aber nicht zum Sammelkartenspiel.

Zum vierten Stapel eine ehrliche Einordnung: Sticker und Sammelbilder aus den 90ern sehen oft genauso „alt und wertvoll“ aus wie echte Karten, sind aber ein anderer Markt. Ein schnelles Erkennungsmerkmal bei Pokémon: Echte TCG-Karten haben Attacken, Energiekosten, Rückzugskosten und eine Set-Kennung unten rechts. Karten ohne Spielwerte sind meist Sammelbilder.

Bei One Piece ist die Unterscheidung einfacher, weil das Spiel erst seit 2022 existiert. Ein Dachbodenfund mit One-Piece-Karten ist deshalb selten wirklich alt, aber trotzdem oft interessant: Frühe Sets wie OP01 und die ersten Leader- und Parallel-Karten sind gesucht.

Woran du erkennst, dass die Sammlung aus den 90ern stammt

  • Auf der Rückseite alter Pokémon-Karten steht bei sehr frühen Drucken „1995, 96, 98 Nintendo“.
  • Im Bildrahmen der Vorderseite findest du unten links oder rechts ein Copyright-Jahr.
  • Frühe deutsche Karten aus Base Set, Jungle und Fossil haben unten rechts kein Set-Symbol mit Nummer wie moderne Karten, sondern eine einfache Nummerierung wie „4/102“.

Mehr dazu haben wir in Alte Pokémon-Karten aus den 90ern und in Seltene Pokémon-Karten erkennen aufgeschrieben.

Sortieren nach Set und Jahr

Wenn die grobe Trennung steht, lohnt sich eine zweite Runde nach Sets. Das musst du nicht perfekt machen, aber es beschleunigt jede spätere Bewertung erheblich.

So gehst du vor:

  • Schau bei jeder Karte unten rechts (moderne Karten) oder unten links (alte Karten) nach Set-Symbol und Nummer. Alle Karten mit demselben Symbol kommen auf einen Stapel.
  • Innerhalb eines Sets sortierst du nach Nummer. Das hilft dir zu sehen, ob eine Sammlung fast vollständig ist – komplette oder nahezu komplette Sets sind oft interessanter als die Summe der Einzelkarten.
  • Lege die auffälligen Holos, EX-, GX-, V-, ex- und Full-Art-Karten separat. Diese Gruppe ist meist für den Großteil des Werts verantwortlich.
  • Der Rest ist in der Regel Bulk. Den musst du nicht einzeln anfassen; wie wir Bulk bewerten, steht in Bulk verkaufen und in unseren Konditionen.

Packe die interessanten Karten einzeln in weiche Hüllen, sofern welche vorhanden sind. Kaufe dafür nichts extra – für den Transport reicht es, wenn die Karten nicht lose aneinander reiben.

Fotos, die wirklich helfen

Ob du eine Einschätzung am Telefon willst, in der Familie etwas abstimmen musst oder bei uns nachfragst: Gute Fotos sparen viel Hin und Her.

  • Fotografiere bei Tageslicht, ohne Blitz. Direktes Kunstlicht spiegelt auf Holo-Flächen und verdeckt genau die Stellen, auf die es ankommt.
  • Lege die Karten flach auf eine einfarbige Unterlage und fotografiere von oben, nicht schräg.
  • Mach von den auffälligen Karten je ein Bild der Vorderseite und eines der Rückseite. Die Rückseite zeigt Zentrierung und Kantenverschleiß.
  • Übersichtsfotos reichen für den Rest: ein Foto pro Stapel oder pro Ordnerseite.
  • Bei versiegeltem Material: Foto der Vorderseite, der Rückseite und der Siegel- oder Klebekanten.

Wenn du die Karten selbst nachschlagen willst, nutzt du den Preis-Check. Dort siehst du Werte, ohne etwas verkaufen zu müssen. Als Referenz ziehen wir den Cardmarket-Preisguide heran (Durchschnitt der letzten sieben Tage), bei englischen Karten zusätzlich TCGplayer und bei Graded- oder High-End-Karten die tatsächlichen eBay-Verkäufe. Werte schwanken, deshalb gilt immer der tagesaktuelle Stand.

Nachlass und Erbe: ein paar organisatorische Punkte

Stammt die Sammlung aus einem Nachlass, klärt vor dem Verkauf die Eigentumsfrage. Gibt es mehrere Erben, sollte eine Person beauftragt sein, die Sammlung zu verwerten. Das ist keine Formalie: Es verhindert Streit, wenn später auffällt, dass eine einzelne Karte einen größeren Betrag ausmacht.

Sinnvoll ist außerdem:

  • Fotografiere die Sammlung im Ist-Zustand, bevor du sortierst. Das ist eine saubere Dokumentation für alle Beteiligten.
  • Notiere grob, was da ist: Anzahl Ordner, Anzahl loser Karten, versiegeltes Material.
  • Halte das Angebot, das du bekommst, schriftlich fest. Bei uns bekommst du bei Abweichungen ein Gegenangebot mit Begründung je Karte.

Zur steuerlichen Seite haben wir einen eigenen Artikel: Karten verkaufen und Steuern.

Einschätzung vor Ort in Büdelsdorf

Wenn du in Schleswig-Holstein oder der Umgebung wohnst, ist der direkte Weg oft der angenehmste. Du kannst die Sammlung im Geo.Store in der Hollerstraße 47-63 in 24782 Büdelsdorf vorbeibringen. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 12 bis 20 Uhr und Samstag von 10 bis 21 Uhr.

Was dort passiert:

  1. Wir sichten die Sammlung gemeinsam mit dir und trennen Einzelkarten von Bulk.
  2. Wertige Karten werden einzeln bewertet, inklusive Zustandsprüfung.
  3. Du bekommst ein Angebot erklärt, nicht nur eine Zahl.
  4. Nimmst du an, ist Barauszahlung im Laden möglich.

Du musst nichts vorbereiten, was über die grobe Sortierung hinausgeht. Ein telefonischer Hinweis vorab unter 04331 4590099 ist sinnvoll, wenn es sich um mehrere Kartons handelt.

Wenn du nicht vorbeikommen kannst

Dann gibt es zwei Wege. Für einzelne wertige Karten tippst du sie unter Verkaufen ein und bekommst sofort ein Angebot pro Karte. Für ganze Sammlungen, bei denen dir das Eintippen zu aufwendig ist, nutzt du Sammlung einsenden: Du schickst alles ein, wir sichten und machen dir danach ein Angebot.

Der Versand ist in beiden Fällen kostenlos per DHL-Label, auf Wunsch als QR-Code, falls du keinen Drucker hast. Wie du richtig verpackst, steht in Sammelkarten richtig verpacken und versenden.

Der Ablauf im Überblick

  1. Sichten, nichts reinigen, nichts öffnen.
  2. In vier Gruppen trennen: Holos und Specials, normale Karten, versiegeltes Material, Nicht-TCG.
  3. Nach Set und Nummer sortieren, interessante Karten in Hüllen legen.
  4. Fotos machen, Werte im Preis-Check nachschlagen.
  5. Persönlich in Büdelsdorf vorbeibringen oder kostenlos einsenden.
  6. Prüfung meist innerhalb von 1 bis 2 Werktagen nach Eingang.
  7. Angebot annehmen, Auszahlung per Überweisung oder PayPal innerhalb von 24 Stunden. Bei Ablehnung senden wir kostenlos zurück.

Wir zahlen mindestens 70 Prozent und je nach Wertstaffel bis zu 90 Prozent des Marktwerts. Die genaue Staffel findest du in den Konditionen.

Häufige Fragen

Lohnt sich der Aufwand überhaupt, wenn ich nur einen Karton habe?

Das hängt vom Inhalt ab. Ein Karton voller Commons aus den 2010er-Jahren ergibt einen überschaubaren Bulk-Betrag. Liegen dort ein paar frühe Holos, kann eine einzelne Karte den Rest der Sammlung übertreffen. Die erste Sichtung kostet dich eine Stunde und beantwortet die Frage.

Was mache ich mit Karten, die sichtbar beschädigt sind?

Wirf sie nicht weg. Bei gängigen Karten spielt der Zustand stark in den Preis hinein, bei sehr gesuchten Karten aus frühen Sets sind auch beschädigte Exemplare handelbar. Lege sie separat und lass sie mitbewerten.

Kauft ihr auch andere Sammelkartenspiele aus dem Fund an?

Aktuell kaufen wir nur Pokémon und One Piece an. Andere Spiele, Sticker oder Sammelbilder kannst du behalten oder anderweitig verwerten.

Wie lange dauert es insgesamt?

Bei persönlicher Abgabe in Büdelsdorf bekommst du dein Angebot direkt vor Ort. Beim Einsenden liegen zwischen Eingang und Angebot meist 1 bis 2 Werktage, danach folgt die Auszahlung innerhalb von 24 Stunden nach deiner Zusage.

So gehst du weiter vor

Wenn du weißt, welche Karten in deinem Fund stecken, schlag sie in Ruhe im Preis-Check nach. Möchtest du einzelne Karten direkt anbieten, geht das unter Verkaufen. Bei einer kompletten Sammlung sparst du dir das Eintippen über Sammlung einsenden. Und wenn du lieber mit jemandem sprichst: Ruf unter 04331 4590099 an oder komm im Geo.Store in Büdelsdorf vorbei.

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